Binationales Forschungsinstitut für Verteidigung und Sicherheit

Das Deutsch-Französisches Forschungsinstitut Saint-Louis ist eine binationale Einrichtung, die gemeinsam von der Bundesrepublik Deutschland und der Französischen Republik auf der Grundlage eines im Jahre 1958 unterzeichneten Abkommens betrieben wird.

Die Zielsetzungen des ISL werden von den Ministerien beider Trägernationen festgelegt: der DGA im Auftrag des französischen Verteidigungsministeriums und dem BAAINBw im Auftrag des deutschen Bundesministeriums der Verteidigung.

Das ISL in Saint-Louis (Frankreich)

Bereichsübergreifende Forschungsarbeiten zur künftigen Ausrüstung der Streitkräfte

Aufgabe des ISL ist es, technische Innovationen in den Bereichen Verteidigung und Sicherheit zu entwickeln. Die Forschungsarbeiten erfolgen in verschiedenen Fachbereichen und mit unterschiedlichen Technologie-Reifegraden: von der Grundlagenforschung bis zur Entwicklung von vorindustriellen Prototypen, die in operative Ausrüstungen integriert werden können (TRL 1 bis 6).

Die Arbeiten des Instituts konzentrieren sich v.a. auf zwei Aspekte:

  • Die Wirkung von gerichteter Energie präzise zu steuern und zu kontrollieren.
  • Den Schutz der Soldaten im Einsatz zu verbessern und das Kosten-Nutzen Verhältnis zu optimieren.

Anwendungen im militärischen und zivilen Bereich

Zahlreiche Forschungsarbeiten des ISL sind Dual-Use-Anwendungen, d.h. sie können nicht nur im wehrtechnischen Bereich, im Bereich Innere Sicherheit und bei Auslandseinsätzen sowie in der Terrorismusbekämpfung, sondern auch in der Raumfahrt, im Automobil-, Gesundheits- bzw. Textilindustriebereich eingesetzt werden.

In der Wehrtechnik sind die Aktivitäten des ISL auf die Rüstungsprogramme der DGA und des BAAINBw ausgerichtet. Die Forschungsergebnisse werden nicht nur in Europa dank der Europäischen Verteidigungsagentur (EDA) geschätzt. Sie finden auch international große Anerkennung.

Im Sicherheitsbereich richten sich die Forschungsarbeiten des ISL an dem gemeinsamen Bedarf von Deutschland und Frankreich im Rahmen nationaler Forschungsprogramme (ANR, BMBF, ...) oder interministerieller Forschungsprogramme beider Staaten (FUI, ...) aus. Diese Untersuchungen orientieren sich auch an den Forschungsprogrammen der Europäischen Kommission (H2020).

Die Verwertung der Arbeiten, die das ISL in den unterschiedlichsten Bereichen, wie z.B. Transport, Gesundheit oder Textilindustrie durchführt, erfolgt unter anderem über das INSTITUT CARNOT MICA (Materials Institute Carnot Alsace), dessen Mitglied ISL seit dessen Gründung ist.